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Personalsuche zieht sich in die Länge

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im Oktober auf ein Rekordtief gesunken. Die Ergebnisse einer aktuellen forsa-Studie im Auftrag von XING E-Recruiting zeigen, wie sich die Lage für Arbeitgeber zuspitzt: Über zwei Drittel der 200 befragten Personalleiter geben an, dass sie länger als drei Monate benötigen, um eine Führungsposition zu besetzen. 73 Prozent der Befragten verzeichnen in den letzten fünf Jahren einen Anstieg der Besetzungszeit (Time-to-Hire). Erstaunlich ist, dass fast ein Drittel der befragten Personaler (29 Prozent) keine Kennzahlen in der Personalgewinnung erhebt und damit keine Chance hat, das eigene Recruiting zu optimieren.

Besetzungszeit bei 73 Prozent der befragten Personalleiter in Deutschland angestiegen
Ein Großteil der deutschen Unternehmen hat mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen. Drei bis sechs Monate benötigen 51 Prozent der Personalleiter, um offene Stellen für Führungskräfte zu besetzen. 10 Prozent schaffen es erst in sechs bis neun Monaten, während weitere 6 Prozent bis zu einem Jahr für eine erfolgreiche Besetzung veranschlagen. Bei Fachkräften sind die Herausforderungen ähnlich groß, wenn auch nicht ganz so dramatisch. Über alle Hierarchieebenen und Tätigkeitsprofile hinweg rechnet die große Mehrheit der Befragten, dass die Besetzungszeit in den nächsten fünf Jahren weiter steigen wird.

Kosten von 20.000 bis 50.000 Euro für Besetzung einer Führungsposition weit verbreitet
Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass auch die Personalgewinnungskosten vergleichsweise hoch sind. 29 Prozent der Personalleiter und damit die größte Gruppe aller Antwortenden, geben zwischen 20.000 und 50.000 Euro für die Akquise einer Führungskraft aus, zwei Prozent sogar 50.000 bis 100.000 Euro. Bei Fachkräften fallen die Kosten etwas geringer aus. Mit 55 Prozent kann die klare Mehrheit der Personalleiter ihre Jobs mit weniger als 5.000 Euro besetzen.

Wo liegen nun die Ursachen für die anhaltenden Herausforderungen im Recruiting?

Am häufigsten werden externe Faktoren genannt. In seltener Einigkeit der großen Mehrheit aller HRler ist der Fachkräftemangel mit 90 Prozent als Hauptübel ausgemacht, gefolgt von den Gehaltsforderungen der Kandidaten mit 64 Prozent. Die fehlenden Ressourcen im Recruiting machen 51 Prozent, interne Prozesse und Strukturen 45 Prozent und veraltete Recruiting-Tools ebenfalls 45 Prozent für die Missstände verantwortlich. Die Liste der Maßnahmen, die in der Lage sind, einem Anstieg der Time-to-Hire entgegenzuwirken, führen Employer Branding mit 82 Prozent, Mitarbeiterempfehlungen mit 78 Prozent und aktives Recruiting mit 74 Prozent an. Die klare Mehrheit von 87 Prozent der Personaler geht zudem davon aus, dass die Digitalisierung die Personalgewinnung vereinfacht und auch die Time-to-Hire verkürzt.

Durchaus widersprüchlich sind die Angaben der Personalleiter zum Thema Kennzahlen, deren Messung ein wichtiger Hebel sein kann, um Problemfelder zu identifizieren und die eigene Personalgewinnung zu optimieren. So stimmen beispielsweise 79 Prozent der Personalleiter überein, dass Time-to-Hire eine sinnvolle Kennzahl sein kann, um das Recruiting zu optimieren. Umso überraschender geben 29 Prozent der Befragten unumwunden zu, dass sie überhaupt keine Kennzahlen im Recruiting erfassen und nutzen. Dies trifft in der Tendenz mit 38 Prozent insbesondere auf mittelständische Unternehmen mit 200 bis 500 Mitarbeitern zu.

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