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Employer Branding in der Corona-Krise

Wie Ihre Arbeitgeberwerte ein Fundament in instabilen Zeiten bilden

Vorbei sind die goldenen 2010er Jahre, in denen Deutschland quasi durchweg ein jährliches Wirtschaftswachstum abonniert hatte. Die Corona-Pandemie hat viele Länder hart getroffen und wird weltweit zu einer Rezession führen – für Deutschland als Exportnation keine rosigen Aussichten. Auch wenn die große Katastrophe hierzulande bislang ausgeblieben ist, sorgen sich viele Ihrer Mitarbeiter*innen um die Zukunft und suchen jetzt nach Halt, auch im Job. Das ist Ihre Chance, sich als wertorientierter Arbeitgeber von Ihrer besten Seite zu zeigen!

Insbesondere krisensichere Arbeitsplätze stehen momentan hoch im Kurs. Denn während die meisten Erwerbstätigen die gesundheitliche Bedrohung durch das Coronavirus als eher gering einschätzen, ist bei vielen die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes groß. Zudem fürchten Millionen Arbeitnehmer*innen wirtschaftliche Einschnitte oder mussten bereits Einkommensverluste (z. B. durch Kurzarbeit) hinnehmen. Wenn Sie Ihren Beschäftigten jetzt signalisieren, dass Sie alles dafür tun, Entlassungen und Gehaltseinbußen zu vermeiden, werden Sie als Arbeitgeber gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Das Fundament der Arbeitgeberpositionierung

Employer Branding ist ein gerne vernachlässigtes Thema, dem sich viele Unternehmen erst widmen, wenn sie es nicht mehr schaffen, begehrte Fachkräfte zu gewinnen oder zu halten. Dabei bildet eine authentische Arbeitgebermarke eine nahezu unentbehrliche Basis für langfristigen Unternehmenserfolg. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang, die Entwicklung der Arbeitgebermarke von innen zu beginnen und die Mitarbeiter*innen von Anfang an einzubeziehen – damit sie die Arbeitgeberpositionierung mittragen, die den Grundstein einer Arbeitgebermarke legt.

Um sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren, kommt es im Wesentlichen auf drei Dinge an: Fundament, Charakter und Vision.

  1. Das Fundament steht für die Kultur und Werte des Unternehmens. Es sichert die interne Stabilität und Glaubwürdigkeit und fördert die Identifikation der (potenziellen) Mitarbeiter*innen mit dem Arbeitgeber.
  2. Der Charakter sorgt für den Wiedererkennungswert eines Arbeitgebers – und damit auch für Aufmerksamkeit. Er betont Alleinstellungsmerkmale und hilft so, sich von der Konkurrenz abzuheben.
  3. Die Vision richtet den Blick in die Zukunft und beantwortet die Frage, was den Arbeitgeber künftig auszeichnen soll. Sie wird vom Wandel des Unternehmens und des Arbeitsmarkts geprägt.

Fundament und Charakter bilden dabei den Status quo ab, die Vision hingegen bezieht sich auf die angestrebte Zukunft und erwünschte Entwicklungen im Unternehmen. In der aktuellen Krise ist vor allem das Fundament gefragt – also der Teil der Arbeitgeberpositionierung, der Sicherheit in den Fokus rückt. Wenn Ihre Arbeitgebermarke ins Wanken gerät, sollten Sie sich darauf konzentrieren, Ihr Fundament zu stärken: Denn von den drei Ebenen, die Ihre Arbeitgebermarke bilden, ist die Basis in diesem Fall die wichtigste. Mit Ihrem Fundament können Sie langfristige Orientierung bieten und Ihre Unternehmenskultur und Arbeitgeberwerte festigen.

Arbeitgeberwerte auf dem Prüfstand

Viele Arbeitgeber werben auf ihrer Karriere-Webseite oder in Unternehmensbroschüren mit Werten wie Verantwortung, Fairness oder Partnerschaftlichkeit, die sich gut anhören, aber oft austauschbare Worthülsen ohne überprüfbaren Inhalt bleiben. Jetzt erst zeigt sich, ob diese Werte im Ernstfall wirklich gelten und sich konkret in der Unternehmenspolitik bzw. im Umgang mit den Beschäftigten widerspiegeln – oder ob sie Lippenbekenntnisse aus besseren Zeiten sind.

Durch eine offene und wertschätzende Kommunikation mit Ihren Beschäftigten, die trotz Verunsicherung und teils unter erschwerten Bedingungen (z. B. im Homeoffice) den Laden am Laufen halten, können Sie Ihr Image im Moment kräftig aufpolieren. Es kommt nicht von ungefähr, dass zurzeit reihenweise Unternehmen ihren Beschäftigten für ihren Einsatz danken – ob rein intern oder öffentlich in den sozialen Netzwerken.

In schweren Zeiten werden gelebte Werte und eine empathische Unternehmenskultur mehr denn je zum Erfolgsfaktor. Die Besinnung auf Ihr Fundament ist jetzt vor allem eine Chance für Ihr internes Employer Branding, denn Ihre Mitarbeiter*innen werden das Gefühl, dass sie sich in der Krise auf Sie verlassen konnten, gut in Erinnerung behalten. Dadurch werden sie sich langfristig stärker an Sie binden und mit dem Unternehmen identifizieren.

Wie Sie die Krise gut überstehen – kurz und kompakt:

  • Seien Sie als Personaler*in oder Chef*in sichtbar und füllen Sie bestehende Arbeitgeberwerte mit Leben.
  • Zeigen Sie Ihren Mitarbeiter*innen, wofür das Unternehmen steht (z. B. indem Sie die Sicherheit Ihrer Arbeitsplätze betonen).
  • Kommunizieren Sie transparent und erklären Sie die Entscheidungen, die aktuell getroffen werden müssen.
  • Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Mitarbeiter*innen, hören Sie ihnen zu und gehen Sie auf ihre Sorgen und Ängste ein.
  • Halten Sie jetzt Ihre Versprechen aus der Vergangenheit und positionieren Sie sich als glaubwürdiger Arbeitgeber für die Zukunft.

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