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Generation Z – Jung, verspielt und ohne Plan?

5 Fragen an eine Gen-Z’lerin …

Melissa Aslan, 23 Jahre jung (selbst also der Gen Z zugehörig) und Teil des Marketingteams bei unserem Partner Monster, beschäftigt sich seit einiger Zeit mit der Jobsuche der Generation Z und hat ihre Erkenntnisse in einem eBook namens „Liebe Unternehmen, ich wünsche mir... – die Generation Z redet Klartext“ zusammengefasst. Wir haben sie zu ihrem Buch befragt und ihr 5 interessante Fragen dazu gestellt.

Der Generation Z wird viel nachgesagt. Unter anderem fallen darunter auch sehr allgemeine Wertevorstellungen. Vor allem Arbeitgeber sollten sich mit diesen Wertevorstellungen rechtzeitig auseinandersetzen, da sich die Gen Z schon bald (wenn es sie nicht ohnehin schon tut) bei ihnen als neue Arbeitnehmergeneration vorstellen könnte. Ein Merkmal das der Gen Z in diesem Zusammenhang immer wieder nachgesagt wird ist das zunehmende Streben nach Sicherheit und Stabilität.

Hat dieses Merkmal seine Berechtigung und wenn ja, woher stammt das zunehmende Streben nach Sicherheit und Stabilität bei der jungen Generation, speziell wenn es um das Berufliche geht?

Die Generation Z ist zwar wohlbehütet, aber dennoch in unsicheren Zeiten aufgewachsen: Angefangen mit der Wirtschaftskrise 2008, durch die die Vertreter der Generation Z schon im Kindesalter miterlebt haben, wie Angehörige arbeitslos wurden, bis hin zu Umweltkatastrophen, zunehmenden Terrorismus und der Covid-19 Pandemie. Aus diesen prägenden Ereignissen resultiert die Einstellung der Generation Z, viele Dinge realistisch zu betrachten: Sie lebt in keiner Traumwelt, ist auf dem Boden der Tatsachen angekommen und ihr ist bewusst, dass es für nichts eine Garantie gibt. Der Alltag der Jugend, vor allem aktuell in Zeiten der Covid-19-Pandemie, ist geprägt von Unsicherheit. Diese Unsicherheit möchte die Generation Z zumindest im Berufsleben nicht spüren und bemüht sich daher, einen Arbeitsplatz zu finden, der ihr das Gefühl von Sicherheit und Stabilität gibt, um so Zukunftsängsten entgegenzuwirken.

Sorgen & Ängste vs. Empathie & Verständnis

Wie können potentielle Arbeitgeber den Sorgen und Ängsten der Gen Z am besten begegnen, um ihnen Sicherheit und Stabilität zu vermitteln?

Am besten mit Empathie und Verständnis. Arbeitgeber sollten jungen Bewerbern zeigen, dass Sie sie verstehen, ihre Anliegen ernst nehmen und nicht ignorieren. Außerdem sind Ehrlichkeit und Transparenz während des Bewerbungsprozesses unerlässlich, vor allem bei entscheidenden Angaben, wie den Arbeitsbedingungen oder dem Gehalt. Junge Bewerber benötigen vorab viele konkrete Informationen, um zu beurteilen, ob das Unternehmen zu ihren Bedürfnissen und Vorstellungen passt.

Mit welchen Merkmalen können Arbeitgeber in ihrer Profilbeschreibung bei der Gen Z punkten und wieso?

Das Thema Corporate Social Responsibility hat für die Generation Z infolge der miterlebten Krisen und Umweltkatastrophen einen hohen Stellenwert. Hier können Arbeitgeber mit einer gut durchdachten und ernstgemeinten Nachhaltigkeitsstrategie punkten. Darüber hinaus ist Generation Z die am stärksten von Diversität und Multikulturalität geprägte Generation und misst deshalb auch einem guten Diversity Management eine hohe Bedeutung bei. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Work-Life-Balance. Vertreter der Gen Z möchten keine Arbeit mit nach Hause nehmen und bevorzugen feste Arbeitszeiten. Klare Strukturen sollten also unbedingt in der Profilbeschreibung kommuniziert werden.

Klassische Stellenanzeige = Auslaufmodell?

Wenn wir nun den Bewerbungsprozess betrachten, bewirbt sich die Gen Z denn überhaupt noch ganz klassisch über Stellenanzeigen oder ist die klassische Online-Stellenanzeige in den Augen der Generation Z eher ein Auslaufmodell und wenn ja, wieso?

Nein, das ist sie nicht. Unsere Monster-Studie Recruiting Trends[1] zeigt, dass die Stellensuche für jeden zweiten Gen-Z’ler über Suchmaschinen und für jeden zweiten bis dritten Kandidaten über Internet-Stellenbörsen beginnt. Letztere werden als einfacher Weg empfunden, um Jobs zu finden und erste Informationen zu der Stelle und dem Unternehmen zu sammeln. Andere Kanäle (z.B. Soziale Netzwerke oder Unternehmenswebseiten) werden eher dazu genutzt, um die Stellensuche, die in einer Suchmaschine oder einer Internet-Stellenbörse beginnt, zu vertiefen.  Wichtig zu wissen ist: Für die jungen Bewerber heißt es „mobile-first“. Für Kandidaten der Generation Z spielt die Jobsuche und die Bewerbung über das Smartphone eine große Rolle. Wer diese Generation erreichen will, sollte unbedingt auf mobiloptimierte Stellenanzeigen und eine mobile Bewerbung setzen, beispielsweise über eine App. Diese sollte einen möglichst einfachen Aufbau aufweisen und eine schnelle, unkomplizierte Jobsuche oder Bewerbung ermöglichen.

Dann werden wir mal ganz konkret. Welche Angaben sind für die Generation Z in Stellenanzeigen unerlässlich und welche können womöglich vernachlässigt werden?

Unsere Monster-YouGov Generation Z Umfrage[2] hat ergeben, dass Vertreter der Generation Z folgende Angaben in Stellenanzeigen erwarten: Eine detaillierte Beschreibung der Tätigkeiten, Arbeitszeiten, eine konkrete Gehaltsangabe, Einblicke in den Unternehmensalltag und Weiterbildungsangebote. Besonders beim Thema Gehalt wünscht sich die Generation Z mehr Transparenz, da es hierzulande noch als Tabuthema gilt und oftmals nicht offen angesprochen wird. Was vernachlässigt werden kann sind Anforderungen an den Bewerber, welche auch während des Onboardings erlernt werden können. Zu hohe Anforderungen schrecken junge Bewerber ab, da sie davon ausgehen, bestimmte Grundqualifikationen mitzubringen und sich dann gemeinsam mit und in dem Unternehmen weiterzuentwickeln.

Vielen Dank an Melissa Aslan von Monster für das spannende Interview!

Melissa Aslan ist 23 Jahre alt – gehört also schon zu den „älteren“ Vertretern der Generation Z und hat sich während ihres Praktikums in der Marketingabteilung von Monster näher mit dem Thema Generation Z & Jobsuche beschäftigt. Sie hat ihre Erkenntnisse in dem eBook „Liebe Unternehmen, ich wünsche mir…- die Generation Z redet Klartext.“ zusammengefasst. Da sie durch ihr Praktikum ebenfalls den ersten Schritt in die Arbeitswelt gesetzt hat, fällt es ihr leicht, die Sorgen und Ängste von jungen Bewerbern, die sich aktuell in der Übergangsphase zwischen dem Studium und dem ersten richtigen Job befinden, nachzuvollziehen. „Wir sitzen doch alle irgendwie im selben Boot“, so Melissa Aslan.


[1] Befragung von 3500 Kandidaten, wovon 24,4 Prozent der Generation Z angehören
[2] Befragung von 500 Personen im Alter von 18-25 Jahren in Deutschland

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