Glossar

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Google for Jobs

Wer suchet, der findet – über die Bedeutung von Google Jobs für Stellenanzeigen

„Ich google das mal schnell …“ – diesen Ausspruch hört man häufig, und er beschreibt gut, welchen Einfluss die ursprünglich als kleiner Konkurrent zu AltaVista oder Yahoo gestartete Suchmaschine heute hat. Nicht nur, dass es für das Recherchieren von Informationen mittlerweile ein eigenes Verb, eben „googeln“, gibt – auch sonst ist Google das, was man eine echte Erfolgsstory nennt. Der digitale Brockhaus in unendlich vielen Bänden, in dem man nicht nur zu jedem Begriff, sondern auch zu ganzen Sätzen und Themen viele Treffer findet. Manche davon hätte man ohne den geheim gehaltenen Algorithmus vielleicht nie gefunden (oder wollte es auch nie). So oder so: Am Platzhirsch Google kommt niemand vorbei. Und als wäre das nicht genug, ist die Zahl der Suchanfragen bei Google, die sich um Jobangebote dreht, in den letzten Jahren immer weiter gestiegen. Manche Quellen sprechen von rund 80 % (USA). Doch auch in Deutschland liegt das Mittel bei weit über 50 %, wobei dieser Prozentsatz bei jüngeren Zielgruppen um einiges höher sein dürfte. Das heißt: Für einen Großteil der Interessenten beginnt der Weg zu einem Job bei Google. Und weil Google das ebenfalls weiß, gibt es seit dem 22. Mai 2019 in Deutschland – in den USA bereits seit Juni 2017 – ein neues Produkt, das insbesondere Nutzer*innen freut (vor allem, wenn sie sich um ihre Daten keine Sorgen machen): Google for Jobs.

Was ist Google for Jobs?

Wenn jemand im Internet nach einem neuen Job sucht (ganz unabhängig vom Grad der tatsächlichen Wechselbereitschaft), dann kommt er an Google for Jobs im wahrsten Wortsinne nicht vorbei: Denn Google platziert sein Produkt bei jeder Google-Suche, die Schlagwörter wie „Job“, „Stellenangebot“, „Ausbildung“, „duales Studium“, „Praktikum“ usw. enthält, ganz oben – unterhalb der bezahlten Anzeigen und oberhalb der Ergebnisse der organischen Suche. Das sieht dann so aus:

Es werden stets drei zur Suche passende Jobangebote mit Quellenangabe angezeigt. Darunter steht verheißungsvoll „mindestens 100 weitere Stellenangebote“. Das macht natürlich neugierig und soll Nutzer*innen dazu ermuntern, die Box direkt anzuklicken. Dabei macht sich Google seine datenkrakigen Fähigkeiten zunutze und listet Ergebnisse auf, die in der Nähe der potenziellen Bewerber*innen angesiedelt sind: Dank IP-Adresse (bei Smartphone-Nutzung ggf. auch GPS oder umliegende Funkmasten) weiß Google im Allgemeinen recht gut, wo sich diese gerade befinden. Wenn man auf eine der gelisteten Anzeigen klickt, wird zunächst eine Kurzbeschreibung angezeigt, ein weiterer Klick auf die darunter angegebene Quelle leitet Nutzer*innen dann zur vollständigen Stellenanzeige weiter. Es ist also ein Non-Stop-Weg zum Jobangebot, ohne „Umwege“ über eine Karriereseite oder Jobbörse.

Letztlich handelt es sich also um eine Art vorgefilterte Jobsuche im Internet, um einen Jobcrawler, ähnlich wie Indeed oder Kimeta. Google for Jobs ist demnach keine klassische Stellenbörse, denn man kann dort kein Jobangebot einstellen. Wer aber einige Regeln befolgt, der kann dafür sorgen, dass die eigenen Stellenanzeigen bei Google for Jobs ganz oben im Kästchen landen.

Was braucht man für Google Jobs?

Für Personaler*innen hat Google for Jobs den angenehmen Nebeneffekt, dass der Erfolg der eigenen Stellenanzeige nicht nur von der meist mühsam und irgendwie bewerkstelligten HR-SEO-Optimierung abhängt: Vorausgesetzt, Sie optimieren Ihre Stellenangebote auch tatsächlich für Google Jobs. So werden zum einen nur Anzeigen gelistet (das heißt vom Google-Bot gefunden), die OHNE den Vermerk „Robots.txt“ im Quelltext erscheinen und im HTML-Format erstellt sind. Zum anderen bezieht Google die Informationen für seine Job-Box aus den „strukturierten Daten“ von Webseiten: Das sind Daten, die Maschinen dabei helfen, das ganze Sammelsurium an Informationen auf einer Webseite in einen Kontext zu bringen. Dazu müssen die Inhalte mit weiterführenden Informationen verknüpft sein. So können Suchmaschinen besser bestimmen, worum es auf der entsprechenden Seite geht, und zusätzliche Informationen zu bestimmten Inhalten, wie bspw. Stellenanzeigen, direkt sinnvoll in der Suche anzeigen.

Was heißt das jetzt konkret für Stellenanzeigen, die in Google for Jobs angezeigt werden sollen? Im Vorfeld einer Ausschreibung sollten Sie die zugehörigen strukturierten Daten nach den Vorgaben von Schema.org (https://schema.org/JobPosting) aufbereiten. Hinter Schema.org stehen die Gründungsmitglieder Google, Microsoft, Yahoo und Yandex, die eine Art gemeinsames Vokabular für strukturierte Daten schaffen möchten, auf die die Suchmaschinen zugreifen. Das heißt am Ende für Sie, dass folgende Angaben in der Anzeige hinterlegt werden sollten:

  • „title“ (der Titel der Ausschreibung, mithin also der Jobtitel -> Achten Sie auf einen treffenden, aussagefähigen und marktgängigen Titel!)
  • „industry“ (die Branche, in der Ihr Unternehmen tätig ist)
  • „datePosted“ (das Veröffentlichungsdatum)
  • „description“ (die Beschreibung der Stellenanzeige)
  • „validThrough“ (Ende der Bewerbungsfrist, sofern vorhanden)
  • „applicantLocationRequirements“ (Standorte, wenn Mitarbeiter*innen den Job per Telearbeit ausüben können)
  • „employmentType“ (der Beschäftigungsumfang, z. B. „[FULL_Time]“ = Vollzeit)
  • „jobLocation“ (die Adresse des Arbeitsorts)
  • „jobLocationType“ (der Typ des Arbeitsorts; hier kann z. B. auch „[TELECOMMUTE]“ eingetragen werden, wenn die Arbeit vom Homeoffice aus erledigt wird)
  • „hiringOrganization“ (das Unternehmen, das ausschreibt)
  • „jobStartDate“ (das Datum, ab dem die Stelle frei ist)
  • „workHours“ (die typischen Arbeitszeiten)
  • „baseSalary“ (das zu erwartende Grundgehalt)

ACHTUNG: Das alles ist keine Garantie dafür, dass Ihre Anzeige dann auch wirklich bei Google for Jobs prominent zu finden ist. Aber es ist anzunehmen, dass eine Stellenanzeige umso eher in der Job-Box landet, je mehr Informationen Google über sie hat. Daher können auch nicht verpflichtende Angaben, wie zum Beispiel die über das „baseSalary“, das Zünglein an der Waage sein. Als Personalverantwortliche*r eines Unternehmens sollten Sie daher unbedingt sicherstellen, dass die benötigten Daten im richtigen Format vorhanden sind. Hier finden Sie weitere Guidelines zur Formatierung von Stellenanzeigen, die Sie berücksichtigen sollten: https://developers.google.com/search/docs/data-types/job-posting. Sie nutzen ein eigenes Bewerbermanagementsystem? Dann können Sie mithilfe des „Structured Data Testing Tools“ von Google prüfen, ob es den technischen Anforderungen genügt.

Was bringt mir das? Vorteile von Google for Jobs für Arbeitgeber

Wenn es Ihre Stellenanzeige in die Top 3 bei Google Jobs schafft, ist das quasi kostenlose Werbung für Ihr Unternehmen und Ihre vakante Position. Denn wortwörtlich niemand kommt an der Job-Box vorbei, zumindest optisch nicht. So erreicht man als Unternehmen eine bessere Sichtbarkeit – und damit mehr potenzielle Bewerber*innen. Und wer möchte das nicht, noch dazu ohne Zusatzkosten? Außerdem ist die Passgenauigkeit höher, da Kandidatinnen und Kandidaten die Angebote besser filtern können und keine langwierigen „Umwege“ über andere Seiten nehmen müssen. Damit sinkt jedoch auch der Traffic auf diesen Seiten, seien es Jobbörsen (zumindest jene, die mit Google for Jobs zusammenarbeiten), die Karriereseiten von Unternehmen (auch wenn Bewerber*innen für die Bewerbung dorthin geleitet werden) oder andere Jobcrawler. So erklärt es sich auch, dass nicht lange nachdem Google for Jobs Deutschland gestartet ist, 23 Jobbörsen-Anbieter Beschwerde bei der EU-Kommission für Wettbewerbsrecht einreichten. Ihre Forderung: Gegebenenfalls unfaire Praktiken von Google sollen unterbunden werden. Eine Entscheidung hierzu steht noch aus.

Was haben Kandidatinnen und Kandidaten davon?

Mit Google for Jobs sparen Nutzer*innen Zeit und Geld bei der Suche nach ihrem neuen Job. Denn sie finden für sie interessante Jobangebote an zentraler Stelle und noch dazu genau auf sie zugeschnitten, da sie z. B. auch ihren Standort mit berücksichtigen. Außerdem werden Angebote, die mehrfach an verschiedenen Stellen vorhanden sind, als identisch erkannt und entsprechend nur einmal angezeigt. Doch es ist ein zweischneidiges Schwert: So werden bei weitem nicht alle verfügbaren Jobangebote in der blau umrandeten Box aufgeführt. Insbesondere dann nicht, wenn das Jobangebot nicht alle Kriterien erfüllt, die Google for Jobs anfordert. Hier kann es schnell passieren, dass ein Bewerber annimmt, es gäbe keine passenden Angebote, obwohl dies doch der Fall ist. Wenn man das mit klassischen Jobbörsen vergleicht, in denen bei der Suche stets auch ähnliche Jobs oder solche in einem weiteren Umkreis angezeigt werden, können Nutzer*innen von Google for Jobs unter Umständen also um wertvolle Ergebnisse und Quellen gebracht werden.

Welche Funktionen machen Google for Jobs attraktiv?

Google for Jobs erfindet Usability und Ästhetik nicht völlig neu. Vielmehr nutzt man gelernte Muster, um die Suche für Nutzer*innen so einfach und angenehm wie möglich zu machen. So können Jobs nach verschiedenen Parametern gefiltert werden, darunter z. B. Entfernung vom Wohnort, Datum der Veröffentlichung, Beschäftigungsart (Voll- oder Teilzeit, Praktikum usw.), Gehalt …  und sogar die Entfernung vom eigenen Zuhause bis zur neuen Arbeitsstelle kann anzeigt werden. Es ist möglich, Favoriten abzuspeichern und Benachrichtigungen anzufordern, wenn neue passende Ausschreibungen hinzukommen. Will man sich bewerben, kommt man mit einem Klick direkt auf die Webseite, auf der Google die Stellenanzeige gefunden hat. Der größte Vorteil ist jedoch die bloße Tatsache, dass man viele relevante Jobangebote gebündelt an einer Stelle findet, die man u. U. sowieso konsultiert hätte.

Wie kann HR von den Vorteilen von Google for Jobs profitieren?

Google for Jobs macht SEO und SEA nicht überflüssig – im Gegenteil. Unternehmen, die in den letzten Jahren konsequentes Employer Branding betrieben und ihre Karriereseite geschickt strukturiert haben, können von Google for Jobs profitieren und werden sichtbarer. Vorausgesetzt, sie halten ihre Karriereseite und die darauf befindlichen Jobangebote tagesaktuell und beachten bei ihren Stellenanzeigen die notwendigen und empfohlenen Angaben in ihren strukturierten Daten. Einige davon sollten ohnehin selbstverständlicher Bestandteil jeder Stellenanzeige sein, andere – bspw. eine Gehaltsangabe – sind in Deutschland bislang eher unüblich, bieten jedoch genau deshalb ein Unterscheidungsmerkmal zum Wettbewerb. Bei potenziellen Bewerber*innen ist die Job-Box überaus beliebt, sodass man sie auf jeden Fall immer auf dem Schirm haben sollte.

Personalwerk unterstützt Sie dabei, vorn mitzuspielen und sich Ihren Platz in Googles Job-Box zu sichern – sei es über die Begleitung Ihres Employer-Branding-Prozesses, über Hilfe rund um Ihre Stellenanzeigen (vom Textseminar bis zum Textkonzept für verschiedene Zielgruppen), kreative Media-Kampagnen, eine zielgruppengerechte Kandidatenansprache auf Ihrer Karriereseite oder SEO-optimierte Recruiting-Maßnahmen. So sorgen wir gemeinsam dafür, dass Sie Google for Jobs – und natürlich auch die ganze Klaviatur anderer Personalmarketing-Instrumente – effektiv für Ihr Recruiting nutzen können. Damit Sie am Ende des Tages passende neue Mitarbeiter*innen nicht bei Google suchen müssen …

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