Glossar

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Frau mit Post-its über den Augen sitzt nachdenkend vor dem Computerbildschirm

Quiet Quitting: Was hat es damit auf sich?
Nein, wir haben uns nicht verschrieben. Was sich so holprig liest, ist leider bittere Realität. Immer mehr Menschen sitzen still und leise ihre Arbeitszeit ab. An Aufgaben wird nur das allernötigste erledigt. Mehrarbeit? Das kommt Quiet Quittern nicht in die Tüte. Was ist der Grund? Tja, so einfach lässt sich das gar nicht beantworten.

Die Work-Life-Balance wird besonders für junge Arbeitnehmer:innen der Generation Z immer wichtiger. Diese Einstellung begünstigt letztlich auch die Haltung, nicht mehr zu tun als zwingend nötig ist. Angestellte zieht es nach getaner Arbeit direkt nach Hause – alles, was nicht unbedingt sein muss, wird auch nicht erledigt. Man möchte sich für den Job einfach nicht mehr aufreiben.

Der Begriff hat aber nichts mit der inneren oder tatsächlichen Kündigung zu tun. Im Gegensatz dazu bezeichnet Quiet Quitting (aus dem Englischen „to quit“- aufgeben) das sukzessive Herausziehen aus allen Extraaufgaben. Quiet Quitter machen somit nur Dienst nach Vorschrift.

Der große Knall um den stillen Ausstieg begann im Internet. Über TikTok verbreitete sich das Phänomen viral wie ein Lauffeuer. Angesprochen fühlen sich vor allem Millenials und die GenZ, denn für die ist bekannterweise die Arbeit nicht der Mittelpunkt des Lebens.

Der Ort an dem sich junge Menschen selbst verwirklichen, ist nicht mehr das Büro. Dafür wird das Privatleben immer wichtiger. Gesellschaftsrelevante Themen wie Entschleunigung, Gesundheit und Entspannung, begünstigen die Tendenz, dass der Stellenwert der Arbeit weiterhin sinkt.

Quiet Quitter sind also keineswegs faule Arbeitsverweigerer, vielmehr geht es ihnen darum, dass sie Überarbeitung vermeiden wollen. In vielen Berufen bestimmen Überstunden mittlerweile den Berufsalltag – viele machen da einfach nicht mehr mit. Mit voller Deutlichkeit lassen sie das mitunter den/die Vorgesetzte:n spüren. Passiv-aggressives Verhalten ist da keine Seltenheit.

Der gesellschaftliche Fokus verschiebt sich derzeit stark in Richtung Achtsamkeit und Nachhaltigkeit. Eigentlich nachvollziehbar, dass gerade junge Menschen darauf mehr Wert legen, Verantwortung für sich selbst und das eigene Handeln zu übernehmen.

Leider gibt es nicht die eine Patentlösung, um Quiet Quitting zu unterbinden. Allerdings zeichnet sich beim anhaltenden Arbeitnehmermarkt folgende Tendenz ab: Unternehmen, die mehr als Dienst nach Vorschrift wollen, müssen auch mehr bieten.

Kompensation von Stress

Arbeitsstress ist oft der Hauptgrund für das Quiet Quitting. Arbeitgeber sollten Stressfaktoren am Arbeitsplatz identifizieren und entsprechend reagieren. Faktoren, die den Stress für Arbeitnehmende erhöhen könnten:

  • Harte Deadlines und ein hohes Arbeitspensum.
  • Veraltete Technik und IT.
  • Schlechte Arbeitsatmosphäre und Stimmung.
  • Wenig Mitspracherecht und kaum Entscheidungsfreiraum.

Genauso wichtig wie die Identifikation von Stressfaktoren sind Kompensations- und Präventionsmöglichkeiten. Diese könnten sein:

  • Etablierung einer gesunden Pausenkultur.
  • Einladende Arbeits- und Pausenräume.
  • Gesundheitscoachings und gemeinsame Aktivitäten zum Entspannen.

Moderne und emphatische Führung

Die Hierarchiekeule schwingen: bei Quiet Quitting keine gute Idee! Vielmehr braucht es Empathie und Vertrauen, das geht nur mit modernen Führungsansätzen. Es muss eine Arbeitsatmosphäre geschaffen werden, die suggeriert: „Ich höre dir zu.“ Nur so gelingt es, dass die Gründe für das leise Ausscheiden hörbar werden und Arbeitgeber agieren können. Schulungen für Führungskräfte sind ein guter Ansatz der Personalentwicklung, um ein wertschätzendes Miteinander zu stärken.

Verstehen lernen: Arbeitnehmer:innen wollen nicht unbedingt weniger sondern „anders“ arbeiten

Denken Sie daran, beim Quiet Quitting geht es nicht darum, dass Angestellte generell weniger arbeiten möchten. Im Kern geht es um die Forderung nach einer strukturellen Veränderung der Arbeit. Gefordert werden von jungen Arbeitnehmer:innen vor allem Flexibilität in Sachen Arbeitszeit und -ort sowie mehr Mitspracherecht generell. Sinn und Erfüllung im Job werden für Angestellte immer wichtiger. Es gibt vielversprechende methodische Ansätze, wie Job Crafting, die Sie im Unternehmen hierbei unterstützen können. Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel „Job Crafting: Die neue Lust am alten Job“.

Mehr Wertschätzung

Fehlende Mitarbeiterwertschätzung ist der Zündstoff für Quiet Quitting. Sagen Sie einfach mal „Danke“. Fünf kleine Buchstaben mit großer Wirkung. Eigentlich logisch, oder? Jeder hört doch gerne, dass man etwas gut gemacht hat. Menschen wollen gebraucht werden und sie wollen nicht sinnfrei arbeiten. Das Gefühl von Zugehörigkeit zum Unternehmen ist hierbei sehr wichtig. Wertschätzung kann unterschiedliche Formen annehmen, am authentischsten ist sie jedoch, wenn sie direkt aus dem Team und von der Führungskraft kommt:

  • Lob verteilen für gute Arbeit.
  • Nach dem Wohlbefinden fragen.
  • Nach dem Rat der Mitarbeitenden fragen.
  • Nachhaken, ob es jemanden an etwas fehlt, um seine Aufgaben erledigen zu können.
  • Warum nicht mal persönliche Grußkarten an die Mitarbeitenden schicken und sagen, dass er/sie wichtig ist.

Quellen:

arbeits-abc.de (2022): Quiet Quitting eindämmen: Das können Führungskräfte jetzt tun.

humanresourcesmanager.de (2023): Wie kann HR Menschen ans Unternehmen binden?

Bildnachweis: Ridofranz

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